Immer mit der Ruhe: Stricken für den Winter

Noch mal Eis essen im Park. An der Elbe in der Sonne liegen und den kleinen und großen Schiffen hinterschauen. Kiloweise Kastaniensammeln. Noch mal eine Radtour machen. Ich freue mich gerade über diesen unerwartet schönen Herbst, der es einem schwer macht, am Schreibtisch sitzen zu bleiben. Eigentlich müsste man raus und diese herrlichen Tage genießen – am besten mit Strickzeug in der Hand. Denn es ist ja absehbar, dass es bald kalt und nass und grau werden wird. Und dann brauche ich unbedingt warme Schals, Mützen, Handschuhe…

Es ist nicht so, dass daran ein Mangel herrschen würde bei uns. Schals/Mützen/Handschuhe gibt es gestrickt, gehäkelt und genäht, selbstgemacht und gekauft in Hülle und Fülle bei uns. Trotzdem stricke ich gerade an Nachschub, ganz einfach, weil mir Accessoires am meisten Spaß machen und überschaubare Projekte sind. Seit letzter Woche bin ich allerdings ganz schwer am Überlegen, ob ich mich nicht doch zum ersten Mal in meinem Leben an eine Strickjacke für mich selbst wagen könnte.

Auslöser dafür ist das neue Strickmagazin der Initiative Handarbeit. Als ich im Hochsommer die Texte dafür geschrieben habe, landeten gleich eine Reihe von Mützen, Taschen und Schals auf meiner To-do-Liste für den Winter. Und dann kam vergangene Woche endlich das fertige Heft raus und in mir fing es an zu arbeiten: Wieso eigentlich nicht auch mal an ein größeres Projekt setzen? Vermutlich wird es nicht diesen Winter fertig werden, dazu ist meine Zeit zu knapp und mein Stricktempo zu langsam – aber eigentlich ist das doch auch ganz egal.

Denn es geht ja gar nicht darum, dass ich keine Strickjacke im Schrank habe. Ich muss nichts unbedingt an einem Abend, in einer Woche oder in einem Monat fertig haben. Das vergesse ich leider ganz oft, wenn ich am Stricken, Häkeln oder Nähen bin. Handarbeiten ist bei mir oft alles andere als das neue Yoga. Ich nehme den Termindruck aus dem Job mit, ich hadere damit, dass ich auch für kleine Dinge oft ziemlich lange brauche, ich bin zu ungeduldig. Vielleicht wäre eine selbstgestrickte Jacke eine ganz gute Geduldsübung für mich. Aber vorher muss ich mich noch entscheiden, welche Jacke es denn sein soll – was bei meiner akuten Entscheidungsschwäche auch keine leichte Übung ist…

 

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